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Chaos Chaos

 

Chaos Chaos

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Chaos chaos
Vinje Snow Festival, Norwegen, Schnee, 300 x 300 x 300 cm, 2011

Mensch und Natur sind heute bis ins kleinste Bestandteil erforscht. Man sollte annehmen, die Welt dadurch mehr zu verstehen und als weniger chaotisch zu sehen als noch vor dreihundert Jahren. Aber eher das Gegenteil ist der Fall. Umso mehr wir wissen durch die Flut neuer Einsichten und Entdeckungen, desto mehr Fragen und Probleme stellen sich uns. Viele Dinge sind uns offenkundig und doch können wir nicht immer einfache Fragen beantworten und beschreiben was wir sehen und wahrnehmen.

Mikrochaos - ich erschaffe einen vergrößerten Mikrokosmos, in dem das Chaos seinen Sinn erfährt.

“Chaos chaos” - wie könnte eine in ihrer Gestalt auf eine so herausfordernde Weise unfassbare transparente Amöbe (Amöbe heißt Wandel) denn überhaupt anders heißen. Solch einen Spaß gönnte sich der Naturforscher Carl Gustav von Linne mehr als einmal in seinen Namensgebungen.

Ich baue eine riesige Amöbe aus Schnee. Durch ihren weit geöffneten Schlund kann man wie absorbiertes Futter in das Innere gelangen. Das Material Schnee ist auch wie die Amöbe in ständiger Bewegung. Im Laufe der Zeit wird sich der Schnee mehr und mehr komprimieren und somit auch die Skulptur. Ihre Form ändert sich fortlaufend. Sie reagiert auf die Besucher und das sich verändernde Klima innen und außen. Schaut man sich die Dinge aus nächster Nähe und mit Neugier und in Linne‘s Geiste an, so ist das Chaos im Grunde gar nicht so schlimm.